Go, Go, Go
Langsam zu machen, sich Pausen zu gönnen und zu entspannen, kann eine echte Herausforderung sein.
1 – Leistungsgesellschaft
In unserer Leistungsgesellschaft haben Produktivität und Effizienz einen sehr hohen Stellenwert. Allzu oft werden wir danach beurteilt, wie viel wir leisten und in welchem Tempo.
Schneller und mehr ist besser. Produktiv und effizient zu sein, bedeutet für viele von uns, wertvoll, anerkannt und akzeptiert zu sein. Wir haben gelernt, uns über das, was wir tun und wie wir es tun, zu definieren.
Mehr machen ist mehr wert.
Nichts machen muss man sich erst verdienen.
Vor nicht allzu langer Zeit galt es noch als erstrebenswert, mit möglichst wenig Schlaf auszukommen, um möglichst viele Stunden produktiv zu sein (zum Glück hat sich das – zumindest in meiner Bubble – etwas verschoben :).
Und selbst wenn wir uns bewusst dazu entscheiden, zu entschleunigen, herunterzufahren und achtsamer zu sein, kommt uns oft noch der Leistungsgedanke in die Quere. Zum Beispiel kann es sein, dass während einer Yogastunde Gedanken aufkommen wie: Warum bin ich nicht so flexibel wie mein:e Mattennachbar:in / Ich komme immer noch nicht in den Kopfstand / Ich sollte auch mal 108 Sonnengrüße schaffen / …
Wir haben den Leistungsgedanken oft so verinnerlicht, dass es uns sehr schwerfallen kann, weniger und langsamer zu machen.
2 – Gewohnheit
Wir sind es nicht (mehr) gewohnt, Pausen zu machen.
Wir haben endlos lange To-do-Listen, es gibt immer etwas zu tun, und wir befinden uns nahezu ständig im Funktionsmodus.
Beschäftigt zu sein, fühlt sich normal und vertraut an. Oft sind wir mit dem Kopf schon in der Zukunft und beim nächsten Schritt, oder wir hängen mit unseren Gedanken noch in der Vergangenheit und überlegen, was wir hätten anders machen können.
Im Hier und Jetzt zu sein, ist eher ein Ausnahmezustand. Vom Gas zu gehen, die Pausentaste zu drücken, im Moment zu verweilen und für eine Zeit nichts zu tun, kommt selten vor.
Zu entschleunigen fühlt sich komisch an, ist ungewohnt und kann uns sogar nervös und ängstlich machen.
Wenn wir zur Ruhe kommen, befinden wir uns in einem Zustand, der für uns und unser System oft nicht vertraut ist – oder der zu einem früheren Zeitpunkt sogar als gefährlich galt.
Obwohl unsere Intention eigentlich ist, zu entspannen, kann es sein, dass wir Anspannung spüren und in einen Habacht-Modus kommen.
Sind wir im Ruhezustand, ist es möglich, dass unser System Alarm schlägt und eine Stressreaktion hervorruft – einfach, weil der Zustand der Ruhe und Entschleunigung fremd und ungewohnt ist, uns überwältigt oder nicht sicher erscheint.
3 – Ablenkung
Beschäftigt zu sein lenkt uns ab – von uns selbst, unserem Körper, unseren Gedanken und Gefühlen.
Häufig stecken wir so fest im Funktionsmodus, dass wir selbst natürliche Bedürfnisse wie Hunger, Durst, Harndrang oder Müdigkeit viel zu spät wahrnehmen.
Gelingt es uns, langsamer zu werden, zur Ruhe zu kommen und auch mal nichts zu tun, nehmen wir unseren Körper, unsere Emotionen und unsere Bedürfnisse viel stärker wahr. Aber nicht alles, was sich zeigt, ist immer schön und erfreulich.
Wenn wir im Tun sind, sind wir weniger mit uns selbst verbunden und auch weniger in Kontakt mit unangenehmen Gefühlen.
Beschäftigt zu sein, kann uns davon ablenken, was uns schmerzt, bedrückt, ängstigt oder überfordert.
Aber es schränkt uns auch darin ein, wahrzunehmen, was wir brauchen, was uns Freude bereitet, was uns gut tut und vor allem auch, was uns nicht gut tut.
Häufig gehen wir über unsere Grenzen, weil wir zu abgelenkt sind und diese gar nicht richtig oder viel zu spät wahrnehmen.
Good News
Bewusstes Atmen unterstützt uns dabei, aus dem Funktionsmodus herauszukommen und mehr in Kontakt mit uns selbst zu treten.
Breathwork kann uns helfen, Schritt für Schritt Langsamkeit in unserem Alltag zu etablieren.
Durch bewusstes Atmen können wir unser Nervensystem regulieren, unser Stresslevel senken und unsere Kapazitäten so erweitern, dass es uns leichter fällt, langsam zu machen und uns stärker mit uns selbst und dem Moment zu verbinden.
Wir lernen, unsere Gefühle und Bedürfnisse deutlicher wahrzunehmen und mehr mit uns selbst zu sein – ohne uns von Empfindungen und Emotionen überwältigt oder bedroht zu fühlen.
Die Arbeit mit dem Atem bietet uns eine Möglichkeit, Sicherheit in der Ruhe und in uns selbst zu finden.
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